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SCHWIMMCLUB1001

Geflüchtete werden zu Lebensrettern / Refugees become lifeguards

Bisher wurden zwölf Rettungsschwimmer ausgebildet, hiervon sind noch elf ehrenamtlich im Verein aktiv. Sie leiten und trainieren ehrenamtlich diverse Schwimmgruppen.

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So far, twelve lifeguards have been trained, of which eleven volunteers are active within the club. They train various swimming groups.

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„Das Leben ist eine Flut von Erinnerungen, die ins Meer fließen“, steht auf der Facebook-Seite des Berliner SchwimmClub1001. Das Meer ist in diesem Fall das Trainingsbecken des TV Waidmannslust e.V. im Märkischen Viertel, zumindest in der kühlen Jahreszeit. Trotz seiner vergleichsweise geringen Größe, fließen durch dieses Becken viele schöne Erinnerungen. Wie etwa diese: „Die ersten Jungs, die bei uns schwimmen lernten, haben letzte Woche ihre Schwimmprüfung abgelegt und haben jetzt das Schwimmabzeichen Gold. Das ist ein sehr gutes Gefühl. Es ist schön, die Kinder so glücklich zu sehen“, sagt Mohammad Alhassan, genannt „Kays“. Er ist einer von zwölf jungen Syrern, die im Rahmen des Projekts SchwimmClub1001 zu Rettungsschwimmern ausgebildet wurden. Elf sind seitdem ehrenamtlich im Verein aktiv, leiten und trainieren diverse Schwimmgruppen – von Anfängern bis hin zu Fortgeschrittenen.

Die Idee zu dem Projekt kam Heike Witte, die schon immer eine begeisterte Schwimmerin war und las und beobachtete, wie in den Schwimmbädern die Angst vor geflüchteten Männern wuchs, 2016: „ Ich war bereits aktiv in der Flüchtlingshilfe und kannte die Vielzahl der üblichen Probleme. Zum Beispiel, dass Geflüchtete oft für lange Zeit zum Nichtstun verdammt sind. Ich suchte nach Ideen, wie man diese Zeit, auch außerhalb der Wohnheime, sinnvoll überbrücken und gestalten kann.“ Als Mohammad von seiner Leidenschaft für das Schwimmen erzählte, kam ihr die Idee mit der Ausbildung zum Rettungsschwimmer. „Ich sah darin eine Chance für die Geflüchteten, Kontakte zu bekommen, sich ehrenamtlich zu engagieren und dadurch Respekt und Anerkennung zu erhalten.“ Tatkräftige Unterstützung für den SchwimmClub1001 erhielt Heike Witte vom TV Waidmannslust e.V.: „Die offene Art des Vorstandsvorsitzenden hat mich damals sehr beeindruckt. Er erkannte das Potenzial und gab uns recht schnell grünes Licht.“

Nur wenige Tage später hatten die frisch gebackenen Rettungsschwimmer ihren ersten ehrenamtlichen Einsatz: Sie passten auf, während die rüstigen Rentnerinnen des TV Waidmannslust e.V. ihre Aquagymnastik machten.  Die Damen waren zunächst ein wenig schüchtern, aber entzückt. Ein wichtiger Moment der Begegnung, auf den sich die weitere Entwicklung des Projekts aufbaute.

Inzwischen sind die syrischen Rettungsschwimmer vom SchwimmClub1001 auch außerhalb des Märkischen Viertels unterwegs: Im Sommer unterstützen sie die Einsatzkräfte von DLRG und ABS an den Berliner Badeseen und an der Ostseeküste. Bald werden sie eine Trainerlizenz-Ausbildung beginnen. „Das Projekt ist ein Teil von mir geworden. Gemeinsam haben wir den SchwimmClub1001 aufgebaut. Nun sind wir ein großes Team und alle wachsen mit dem Projekt und den Herausforderungen“, freut sich Kays. Auch hauptberuflich würde der junge Syrer in Zukunft gern etwas „mit Wasser“ machen, „vielleicht ja sogar Bademeister und Schwimmlehrer. Ich habe viele Ideen und Träume.“

„Life is a flood of memories that flow into the sea,“ says the Berlin SchwimmClub1001 Facebook page. In this case, the sea is the training pool at the Waidmannslust sports club in the Märkisches Viertel. But despite its comparatively small size, many beautiful memories already flow through the pool here. „The first boys who learned to swim with us took their swimming exam last week and now have the gold swimming badge. That’s a good feeling. It’s nice to see the children so happy,“ says Mohammad Alhassan, who goes by the nickname „Kays.“ He is one of twelve young Syrians who have trained as lifeguards as part of the SchwimmClub1001 project. Eleven of them have been active in the club on a volunteer basis ever since, leading and training various swimming groups from beginners to advanced swimmers.

The idea for the project came to Heike Witte, a former member of the swimming department at the club, in 2016: „I was already active in refugee work and knew the many common problems. For example, that refugees are often condemned to doing nothing for a long time. I was looking for ideas on how to bridge and shape this time meaningfully, even outside the residences.“ When a Syrian asylum seeker told her about his passion for swimming, she came up with the idea of offering lifeguard training. „I saw it as a chance for the refugees to establish contacts, to get involved volunteering, and thus gain respect and recognition.“ Heike Witte received active support for SchwimmClub1001 from the club: „I was very impressed by the open nature of the chair at the time. He saw the potential and gave us the green light pretty quickly.“

Only a few days later, the freshly minted lifeguards had their first volunteer task: to keep an eye on spry pensioners as they did their aqua gymnastics at the club.  The ladies were delighted. An important moment of encounter, which has served as the basis for the further development of the project.

Meanwhile the Syrian lifeguards at SchwimmClub1001 are working away from their home base in the Märkisches Viertel: in the summer, they support the DLRG and ABS forces at Berlin’s swimming lakes and on the Baltic coast. They are currently working on their trainers‘ licenses: „The project has become a part of me. Together we have built SchwimmClub1001. Now we are a big team and everyone is growing with the project and the challenges,“ says Kays. The young Syrian would like to do something „with water“ in the future, „maybe even lifeguarding and being a swimming instructor. I have many ideas and dreams.“